Benz Geschichte !



Tag 1: Am 6.11.2005 gegen 9:00 Uhr wurde Benz als letzter von 6 Welpen mit einen Gewicht von 310 g geboren. Alles schien normal zu sein, nichts was den Eindruck hinterließ, irgendetwas wäre nicht in Ordnung.



Tag 2: Beim Wiegen fiel uns auf, dass Benz 30g abgenommen hatte. Klar, nach der Geburt nehmen Welpen ab, aber 30g ?! Dies erschien uns doch relativ viel zu sein, und so fragte ich unseren Tierarzt, der mir sagte, ich solle überprüfen ob Benz eine Gaumenspaltung hat. Nachdem ich mich überzeugen konnte, dass dies nicht der Fall war, war ich einerseits beruhigt, aber auf der anderen Seite machte ich mir weiterhin Sorgen.

Am Abend wogen wir Benz erneut. Mit einem großen Schrecken, stellten wir fest, dass Benz nun nur noch 240g wog. Wieder mal befragte ich unseren Tierarzt, der meinte, dass wir zufüttern sollten.

Wir fingen an die Milchflaschen zu zubereiten und stellten uns auf eine lange Nacht ein. Zu diesem Zeitpunkt waren wir recht guter Dinge.

Tag3: Nachdem wir Benz in der Nacht alle 2-3 Stunden gefüttert haben, wogen wir ihn erneut, leider mussten wir feststellen, dass er nicht ein Gramm zugenommen hatte, sondern ganz im Gegenteil weiter abnahm. Nun rief ich die Tierklinik an, die uns für nachmittags einen Termin gab. In der Tierklinik wurde Benz untersuch. Die Tierärztin konnte nichts außergewöhnliches feststellen. Sie gab ihm 2 Spritzen, eine für den Aufbau und eine damit er "Hunger" bekommen würde.

Nun folgte Nacht Nr. Zwei, wir gaben ihm zu fressen, wogen ihn, gaben ihm zu fressen und wogen ihn, und Benz nahm einfach nicht zu.



Tag4: Morgens gegen 6:30 Uhr wogen wir Benz wieder einmal, die Waage zeigte ein Gewicht von 218g an. Benz wirkte nun auch schon sehr schlapp ( was ja kein Wunder war). Er lag zum Teil nur noch auf der Seite. Dies war für mich der Zeitpunkt, ihn von seinem Leid zu erlösen. Schweren Herzens rief ich die Klinik an, um einen Termin auszumachen. Diese Zeit und der Weg zum Tierarzt waren fürchterlich.

In der Klinik wurde Benz noch mal untersucht. Der Tierarzt stelle ein Gewicht von 218g fest, die Temperatur lag bei 36 Grad, und beim Abhören bemerkte er ein anormales Geräusch in der Herzgegend. Trotz alle dem gab er Benz nicht auf und meinte, wir können versuchen ihn in der Klinik wieder aufzupäppeln. Die Chancen für Benz lagen zu diesem Zeitpunkt unter 50 %.

Gegen Abend telefonierte ich mit der Klinik. Die gute Nachricht war, Benz hatte zugenommen, die schlechte er zeigte neurologische Ausfallerscheinungen. Benz würde sich wie ein Aal um die eigene Achse drehen. Nun freuten wir uns natürlich auf der einen Seite, dass er endlich zunahm , aber machten uns wieder große Sorgen über diese sehr ungewöhnlichen Bewegungen.

Tag 5: Mittags telefonierte ich wieder mit der Klinik. Der Zustand war unverändert. Keiner konnte uns sagen, welche Ursache sein Verhalten hatte. Ein Gehirntumor war eine Möglichkeit. Wieder standen wir vor der Entscheidung, was wir nun machen sollten. Einschläfern oder es noch mal versuchen.

Nach vielen Telefonaten mit Freunden, anderen Züchtern und einem Gespräch mit dem Chef der Klinik, der meinte, wir sollen es noch 14 Tage ausprobieren, da sich dieses Verhalten auch wieder geben könnte. Entschlossen wir uns Benz eine weitere Chance zu geben.



Tag 5-7: Aufenthalt in der Klinik

Tag7: Nun holten wir Benz wieder aus der Tierklinik ab, mit einer absolut unsicheren Zukunft, schafft er es oder schafft er es nicht.

Mit anzusehen, wie Benz versuchte vorwärts zu robben, es aber nie schaffte, stattdessen immer wieder zur Seite kippte und sich drehte wie ein Aal, dabei immer wieder anfing zu jaulen, das ging schon ganz schön an die Substanz.



Nun, unsere Aufgabe bestand darin Benz alle 2-3 Stunden zu füttern, abzuwarten und die Hoffnung zu haben, dass er es schaffen wird.



Endlich zeigte auch unsere Waage an, dass er zunahm, wenn auch nur wenig (z.T. nur 10 - 20 g am Tag ), aber er nahm zu.

Tag 9: Das ganze Wochenende dachte ich darüber nach, was wir noch für Benz tun könnten, außer füttern und abwarten. Wir entschlossen uns einen Tierheilpraktiker anzurufen, auch wenn ich nicht wirklich daran glaubte, aber einen Versuch war es wert. Am Abend kam nun der Tierheilpraktiker zu uns. Er schaute sich Benz an und tastete ihn ab. Seine Diagnose: Muskelkrampf im Nackenbereich, daher diese anormalen Bewegungen, da Benz aufgrund des Krampfes nicht in der Lage war seinen Kopf zu halten. Eine Vitaminspritze und homöopathische Medikamente sollten Abhilfe schaffen.



Tag 10: Keine Veränderung

Tag 11: Keine Veränderung

Tag 12: Wieder schaute ich in die Wurfkiste und hoffte auf eine Veränderung ( auf ein Wunder?!)

Benz versuchte seinen Kopf hoch zu halten, machte Versuche als wolle er sich setzen.

Wau, was für eine Freunde. Benz machte, wenn auch nur minimal, Fortschritte.

Tag 13: Auch an diesem Tag konnten wir sehen, dass Benz sich weiterentwickelte.

Tag 14: Die Bewegungen sich wie ein Aal zu drehen ließen immer mehr nach, und Benz versuchte sich immer mehr so zu bewegen, wie es ein Welpe in seinem Alter nun mal macht.

Tag 16: Um Benz Fortschritte weiter zu unterstützen, entschlossen wir uns eine Tierphysiotherapeutin hinzu zuziehen. Nach genauer Anweisung der Tierphysiotherapeutin erhielt Benz 3x am Tag physiotherapeutische Anwendungen. Des weitern kam Frau Wiland ( Tierphysiotherapeutin ) 1x in der Woche zu uns, um die Entwicklung zu beobachten und die weitern Behandlungsmethoden mit uns abzusprechen.

Tag 18: Seit ein paar Tagen hatte Benz einen Schnupfen, den er einfach nicht los werden wollte. Wir zogen wieder einmal den Tierheilpraktiker zu Rate, doch diesmal schlugen die homöopathischen Mittel leider nicht an.

Tag 20: Benz zeigt kaum noch irgendwelche motorischen Ausfallerscheinungen, doch der Schnupfen macht uns weiterhin Sorge. Also stand wieder einmal ein Besuch beim Tierarzt an: Die Diagnose: Lungenentzündung, nach Aussage der Tierärztin und Benz Vergangenheit, machte sie uns nicht viel Hoffnung. Diese Diagnose traf mitten ins Herz. Endlich hatte sich Benz so gut erholt und jetzt, -Lungenentzündung-, ich konnte es kaum glauben.

Zuhause wieder angekommen, holten wir die Wärmelampe raus, versuchten Benz dort drunter zu legen, damit er es schön warm hat uns sich ausruhen konnte. Benz jedoch sah dies ganz anders und entschloss sich mit seinen Geschwistern wild rumzutoben. Uns kam erheblicher Zweifel an der Diagnose: Lungenentzündung.

Tag 21: Wieder stellten wir Benz dem Tierarzt vor, beim Abhören konnte man kaum noch etwas hören, die Lungenentzündung war wie weggeblasen.

Tag 21-26: Alles verlief relativ normal, keine außergewöhnlichen Bewegungen mehr, kein Schnupfen.

Tag 27: Benz fraß und trank an diesem Tag nichts mehr, hinzu kam starker Durchfall. Wieder einmal ab zum Tierarzt, dort bekam er Spritzen, doch leider verbesserte sich sein Zustand im Laufe des Tages nicht, also fuhren wir abends wieder zum Tierarzt, diesmal musste er dort bleiben und kam sofort an einen Tropf.

Tag 28: Sehnsüchtig, voller Angst und Hoffnung, warteten wir auf den Anruf vom Tierarzt - hat er es geschafft, wie geht es ihm, hoffentlich können wir ihn heute wieder abholen. Der Anruf kam, die Tierärztin sagte: "Benz würde schon wieder selbständig fressen, gegen Mittag könnten wir ihn wieder abholen. Der Stein der mir vom Herzen fiel war unbeschreiblich Groß,

Dies nun ist Benz Geschichte, die ersten 4 Wochen seines Lebens und heute:

Benz ist für seine derzeit 10 Monate ein kleiner Rüde ca.: 50 cm, hat eine schiefe Nase und sein rechtes Ohr ist viel zu klein, für uns aber ist er etwas ganz besonderes ein selbstbewusster, kämpferischer, verschmuster Kerl, der nur so strotz vor Gesundheit und Lebensfreude.





Zum Schuss möchte ich noch erwähnen, dass wir annehmen, dass während der Geburt vielleicht auch während der Trächtigkeit irgendetwas falsch gelaufen sein muss, durch eine "falsche " Wehe durch zuviel Druck, wurde vermutlich der Nackenkrampf und die Deformierung seines Gesichtes ( schiefe Nase, zu kleines Ohr) ausgelöst. Ausschließen kann ich jedoch nicht, dass es sich hierbei auch um einen erblichen Vorgang gehandelt hat. Jedenfalls ist es klar, dass Benz niemals in die Zucht gehen wird.

Danken möchten wir folgenden Menschen, die immer ein offenes Ohr für unseren Kummer hatten, uns unterstützt haben und dazu beigetragen haben, dass aus Benz nun einmal das geworden ist, was er nun ist.

Tierarztklinik Dr. Menzel (der Dank geht an das gesamt Team der Klinik) Am Stadion 113, 45659 Recklinghausen, Tel.: 02361/57833

Tierheilpraktiker Herr Stellmacher, Hinnebecke 24, 45663 Recklinghausen, Tel.: 02361/62912

Tierphysiotherapeutin Frau Wiland, Immermannstr. 63, 45894 Gelsenkirchen, Tel.: 0209/9774383

Tierarzt Dr. Leps, 45731 Waltrop, Tel.: 02309/2139

Sowie Caro, Susanne, Eva Busch und allen unseren Hundefreunden die mit uns gezittert und gehofft haben.


Neues von Benz:

Am 6.2.07 haben wir Benz kastrieren lassen und in diesem Zusammenhang auch sein rechtes Ohr (welches deutlich kleiner ist als das Linke) untersuchen lassen, da wir schon oft das Gefühl hatten das Benz entweder schlecht oder gar nichts mit diesem Ohr hört. Erstaunlicher Weise haben wir im Zuge dieser Untersuchung auch eine Antwort darauf bekommen, warum sich Benz als Welpe immer so gedreht hat wie ein Aal. Benz Innenohr (rechts) ist nicht ausgebildet und somit fehlt auch der Gleichgewichtssinn. Kein Wunder also, das Benz sich in den ersten 14 Tagen seines Lebens so verhalten hat. Wir sind sehr froh darüber, das wir nun endlich eine Antwort gefunden haben.

( Stand 2007)

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